El Tucan GmbH

Handel mit Volkskunst und Kunsthandwerk

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Sensibilisation für die Ökologie, Projekt Pachuipac 2010

E-Mail Drucken PDF

War es schön in Guatemala?

 

Das ist die Standardfrage, die ich nach meinen Reisen immer wieder gestellt bekomme.

 

Nach 25 Jahren Reisen in Guatemala, mittlerweile wohl an die 50 Reisen, bin ich in diesem Land so tief verwurzelt, dass ich diese Frage nicht mit ja oder nein beantworten kann.

 

Im Moment überschattet das Thema Gewalt das tägliche Leben dramatisch. Überfälle, Entführungen und Erpressungen dringen mittlerweile bis in den hintersten Winkel Guatemalas vor. Es vergeht keine Reise, ohne dass Bekannte von mir mit diesen Themen direkt betroffen sind. Wer mich kennt weiss, dass mich Solches nicht kalt lässt und traurig macht. Immer wieder frage ich mich, wie ein Teil der Menschen in diesem wunderschönen Land so weit kommen konnte!

 

Aber, es gibt in Guatemala auch junge Menschen, intelligent, offen, motiviert, die sich für ihr Land, ihre Mitbewohner, ihre Heimat einsetzen wollen. Sie wollen die Zukunft mitgestalten!

Solche Begegnungen habe ich in den letzten Jahren vor allem immer wieder in Nahuala erlebt.

Nahuala, im Departament Solola, ist von Touristen völlig unberührt und ich errege immer Aufmerksamkeit auf der Strasse bei den Besuchen bei unseren Mitarbeitern. Schnell stellen sich kurze Gespräche und Kontakte ein. Ein paar Wörter auf Quiche, der örtlichen Mayasprache, das Strahlen der Herzen beginnt und das Eis schmilzt. So begegne ich interessierten, offenen Menschen, stolz auf ihre indianischen Wurzeln und Kultur, bemüht etwas Positives zu bewegen. Sie sind überzeugt, im jetzigen Momentzustand kann es einfach nicht weitergehen. Die Sicherheit in den Dorfgebieten ( Nahuala wird aufgeteilt in viele verschieden Dörfer und Weiler, welche miteinander verschmolzen sind) ist durch verschiedene Massnahmen der Bewohner relativ gut, aber der ökologische Zustand ist himmelschreiend.

 

Als ich im Februar mit Diego Rosario und einem seiner Söhne zusammen sass, beides El Tucan Mitarbeiter, trat plötzlich ein weiterer Sohn dazu und stellte sich als Domingo Solomon Rosario vor. Er ist ausgebildeter Grund- und Sekundarschullehrer und arbeitet nun, neben seiner Arbeit als Lehrer, an seinem Master-Diplom um seinem Traum Universitätsprofessor wieder einen Schritt näher zu kommen. Vor seinem Bruder und seinem Vater erzählte er mir, wie er seine Brüder zur Selbstdisziplin und Eigenverantwortung antreibt. Ich war sehr beeindruckt.

 

Domingo Solomon Rosario war mit seinen Schülern an der letztjährigen Auspflanzaktion beteiligt und sehr enthusiastisch, als das Gespräch auf die Ökologie zu sprechen kam.

 

Dies bewog mich, ihm das Trinkgeld von 2009 in der Höhe von 650 Franken für ein Ökologieprojekt in seiner Schule zur Verfügung zu stellen.

 

Die Themen sind Abfall und Wald. Er ist überzeugt, durch seine Schüler einen Zugang zu den Eltern zu finden und in seiner Gemeinde etwas zu bewegen.

Und ich bin überzeugt, dass Domingo Solomon Rosario es gut macht!

 

Es ist die Sensibilisierung, die ich mit den Projekten anstrebe. Die Langfristigkeit welche die Menschen zum Erkennen, Umdenken und Handeln bewegt. Zugleich ist es auch die einzige Möglichkeit mit unseren beschränkten finanziellen Möglichkeiten Akzente zu setzen. Die 60'000 Bäume (mit einem Gesamtkapital von Fr. 4000.-!) die in den letzten Jahren gepflanzt wurden sind eine schöne Zugabe.

 

An dieser Stelle werde ich alle weiteren Kontakte mit ihm publizieren, so dass alle Interessierten mitverfolgen können wie sich in Guatemala positives bewegt!

 

Denn der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

 

Peter Höltschi, 13. Mai, Auffahrt 2010

 

Kommentare 

 
0 #9 Peter Höltschi 2010-09-03 14:54
Selbstverständl ich ist Fair Trade das Mindeste, welches die Grundlage einer Beziehung zwischen Menschen oder Nationen sein sollte.

Aber denkst du wirklich, dass die Gier nach Gold und Geld
einer einzigen Nation oder Volke eigen ist? Ist dies nicht vielmehr in der ganzen Menschheit verankert?

Gruss Peter

zitiere NoNaMe:
In der Kürze liegt die Würze.
Nun sei noch kurz daran erinnert wie die Gier nach Geld der europäischen Conquistadoren schon seit fünfhundert Jahren den Umgang mit der Natur und den Menschen der Ersten Nationen in diesem Teil der Welt mitbestimmt hat.

Unter diesem Aspekt müsste fair trade das Mindeste sein was eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft als Standard akzeptieren dürfte.

Ich empfinde es als künstlerische Anstrengung mit den wenigen hier zur Verfügung stehenden Zeichen Gedanken auszutauschen.
Vielen Dank für Deine Antwort
Gruss
Zitieren
 
 
+1 #8 NoNaMe 2010-09-03 06:02
In der Kürze liegt die Würze.
Nun sei noch kurz daran erinnert wie die Gier nach Geld der europäischen Conquistadoren schon seit fünfhundert Jahren den Umgang mit der Natur und den Menschen der Ersten Nationen in diesem Teil der Welt mitbestimmt hat.

Unter diesem Aspekt müsste fair trade das Mindeste sein was eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft als Standard akzeptieren dürfte.

Ich empfinde es als künstlerische Anstrengung mit den wenigen hier zur Verfügung stehenden Zeichen Gedanken auszutauschen.
Vielen Dank für Deine Antwort
Gruss
Zitieren
 
 
0 #7 NoNaMe 2010-08-01 10:38
der Glaube versetzt Berge-
ein Gedanke zu Kredit, der instrumentalisi erte lat. Glaube.

ganz einfach, bei einem ungesicherten Privatkredit,
macht die Bank aus der Unterschrift eines Bürgers Geld.
und zwar locker zehn mal mehr als sie "Reserven" haben.

Eine äussest zweifelhafte Dienstleistung, wenn man es sich überlegt.
mit welch selbstherrliche m Recht?
mit was für "Kosten" ausserhalb des Schneeballsyste ms?
wie weit ist Gewalt und ambientale Verschmutzung von diesem gesellschaftlic hem Instrument geschürt?

mich würde interessieren wie fairtrade sich diesem Phänomen gegenüber positioniert.
Gruss
Zitieren
 
 
0 #6 NoNaMe 2010-07-09 22:37
Das Machbare realisieren?

Zitat:
Sin duda alguna, el fraude monetario internacional
que impera de forma amenazante sobre la humanidad,
constituye una de las más nefastas “estructuras
de pecado” que se han introducido en todos los ámbitos
de la conducta humana y que es difícil de extirpar.
En primer lugar porque pocos saben de la falsificación
que implica. En segundo lugar porque no
se conoce otra alternativa.


Eine Beschreibung des Geld-Betrugs aus christlichem Blickwinkel.

plata.com.mx/.../...[

Gewalt wird nicht explizit angesprochen.
Man wird jedoch nicht umhin kommen derartige Puzzle-Teile in ein umfassenderes Verständnis miteinzubeziehe n.
Gruss
Zitieren
 
 
0 #5 NoNaMe 2010-06-24 11:39
empowerment von Arbeit - Geld als Zahlungsmittel.

Einer europ. Handwerkertradi tion folgend, die es einigen ihrer Mitglieder über die Jahrhunderte rel. frei zu sein ermöglichte, beklage ich das korrupte Tauschmittelmon opol heutzutage.
Meine frage an den fairen Handel; kann Handel fair sein wenn das Tauschmittel der absoluten Kontrolle einer kleinen Elite unterliegt.
Es wundert mich nicht wenn Armut und Gewalt in direktem Zusammenhang mit der Kontrolle über Geld stehend aufgezeigt wird.
Gruss
Zitieren
 
 
0 #4 NoNaMe 2010-06-20 17:25
Danke, hier der z.Zt funktionierende Link zum Download
www.hsfk.de/.../

von meiner Perspektive aus würde ich spontan hervorheben wie Geld das Instrument von Geldadel und Rentenstrukture n ist,

Geld als Zahlungsmittel
betrachte ich trade als Tausch und Geld als Zwischentauschm ittel,
fällt mir auf wie wenig Arbeit für die Herstellung des Tauschmittels benötigt wird.

Heutzutage gibt es nur noch gesetzliches Geld, aufgebaut als verzinsliches Schneeballsyste m mit künstlicher Nachfrage..

angesichts brachialer Gewalt erscheinen mir Theorien als fahles Gelaber.

Euer Ansatz im bestehenden System durch persönliche Kontakte mit zinslosem Darlehen und vorfinanzieren das Machbare zu realisieren ist nicht zu übertreffen.

60'000 gepflanzte Bäume können mit Geld bewirkt werden, bezahlt nicht.
Gruss
Zitieren
 
 
0 #3 Peter Höltschi 2010-06-19 11:39
zitiere NoNaMe:
Überfälle, Entführungen und Erpressungen...
bitte nicht falsch verstehen! von mir aus gesehen ist das wovon Deine Bekannten getroffen werden die Gewalt des kleinen Mannes,
und mitunter nur ein Abbild des westlichen Selbstverständn isses im allgemeinen, wo Wert ohne Schöpfung zum wirtschaftliche n Alltag gehören.

Hätte gerne das Dokument gelesen, aber, hélas,


Zitat:
HTTP ERROR: 402

PAYMENT_REQUIRE D

RequestURI=/serviceengine/Files/ISN/29751/...2A52.../report0806.pdf



gerne würde ich fragen ob fairtrade mit einem monopolisiertem Zwangstauschmit tel (billige Banknote resp. Kredit aus dem Nichts), so praktisch es auch sein mag, überhaupt möglich ist.


Gruss

Ja, der Link geht nicht mehr. Gib in Googel "gewalt im frieden guatemala" und du findest den Text als PDF. Er ist von der Hessischen Stiftung für Friedens-und Konfliktforschu ng, Heidrun Zinecker.

Geld als Zahlungsmittel: Realisieren wir das Machbare, voll und ganz..
Zitieren
 
 
0 #2 NoNaMe 2010-06-18 21:18
Überfälle, Entführungen und Erpressungen...
bitte nicht falsch verstehen! von mir aus gesehen ist das wovon Deine Bekannten getroffen werden die Gewalt des kleinen Mannes,
und mitunter nur ein Abbild des westlichen Selbstverständn isses im allgemeinen, wo Wert ohne Schöpfung zum wirtschaftliche n Alltag gehören.

Hätte gerne das Dokument gelesen, aber, hélas,


Zitat:
HTTP ERROR: 402

PAYMENT_REQUIRE D

RequestURI=/serviceengine/Files/ISN/29751/...2A52.../report0806.pdf



gerne würde ich fragen ob fairtrade mit einem monopolisiertem Zwangstauschmit tel (billige Banknote resp. Kredit aus dem Nichts), so praktisch es auch sein mag, überhaupt möglich ist.


Gruss
Zitieren
 
 
0 #1 Peter Höltschi 2010-05-16 09:25
In den letzten Tagen bin ich verschiedentlic h auf das Thema Gewalt in Guatemala angesprochen worden. Im Internet fand ich eine spannende Arbeit zu diesem Thema, hier der Link: se1.isn.ch/serviceengine/Files/ISN/29751/...2A52.../report0806.pdf

P.S. Fabiola, schau doch mal rein
Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren


Inhalte suchen

Galerie Produktion

Blog Kommentare