Projekt Hängematten aus Yucatán

Satz des Tages: "Die Touristen haben kein Vertrauen in die Qualität der Hängematten und dies ist schlecht für alle Geschäfte" (Zitat Peter Höltschi vom Februar 2007).
Das Hängemattenprojekt in Yucatán/ Mexiko kam verschiedentlich in der mexikanischen Presse, den genauen Projektbeschrieb können Sie hier nachlesen:


2004 - Der Anfang
Zusammen mit dem Sekretariat für soziale Entwicklung des Staates Yucatán, Mexico, erarbeitet El Tucan ein Projekt im Rahmen der Produktion von Fair Trade Hängematten.
Eine Kooperative in der Gemeinde Tepakan, Yucatán, bestehend aus mehr als 50 Frauen im Alter zwischen 30 und 75 Jahren, werden in den nächsten zwei Jahren Hängematten, abgestimmt auf Geschmack und Qualitätsbewusstsein des europäischen Marktes herstellen.
Ein Konzept zur Herstellung nach Modellen, basierend auf Erfahrungen unseres 15 -jährigen Handels mit Hängematten.
Unser Organisationskonzept und Materialeinkaufstabelle erlaubt den Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit.
Es ist vorgesehen, dass El Tucan die Kooperative aus der Schweiz und mit Besuchen vor Ort während den nächsten zwei Jahren begleitet.
Die Mindestabnahme von El Tucan an Fair Trade Hängematten gewährt den Arbeitenden eine garantierte Einnahmequelle.
2004
Unsere mexikanische Partnerorganisation begleitet die Frauen in einem wöchentlichen Turnus zur Gesamtrealisierung, sowie in strukturellen Fragen wie Bankkontakte, Administrativem und Materialeinkauf.
Durch die direkte Zusammenarbeit und Ausschluss des Zwischenhandels konnte der Lohn um 80% erhöht werden.
Zudem errichteten wir ein Bonuskonto, wovon für die Kooperative resultierende Mehrausgaben bezahlt werden.
Unsere Vorfinanzierung garantiert den Mitarbeitenden eine prompte Lohnauszahlung und somit eine finanzielle Unabhängigkeit.
Wir sind glücklich, den produzierenden Frauen durch unsere Mitarbeit ihre Lebensgrundlage zu verbessern und unseren Kunden ein qualitativ und ethisch hervorragendes Produkt zu bieten.
2005 - Die Ausweitung
Infolge struktureller, administrativer Probleme schliesst die Cooperative Tepakan. Dank dem Projekt von El Tucan kann die Hängemattenproduktion mit einer Gruppe von 24 Frauen weitergeführt werden.
Infolge des riesigen Lohnunterschiedes (plus 80%) zu den üblichen Produktionslöhnen sprechen verschiede Gemeindepräsidenten im Sekretariat für soziale Entwicklung vor.
Ihr Wunsch ist, dass auch Gruppen aus ihren Gemeinden im Projekt einbezogen werden.
Das Projekt wird weitergeführt, aufbauend auf den gemachten Erkenntnissen und Erfahrungen.
- Verkleinerung der Gruppen und Erweiterung auf mehrere Gemeinden.
- Einbezug der Familienmitglieder zur Erlangung eines grösseren Rückhaltes (Männer).
2006/ 2007
Kontinuierlich wird an den Gruppen- und Produktionsstrukturen gearbeitet.
Nicht die Anzahl produzierter Fair Trade Hängematten steht im Vordergrund, sondern eine gesunde Entwicklung der Produktionsgruppen, welche eine langfristige Zusammenarbeit anstrebt.
Anforderungen an die Leiterinnen:
- Pünktlichkeit
- Bemüht sich um Material
- Reisen nach Mérida
- Verteilung des Materials pro Hängematte
- Buchhaltung, transparenter Geldfluss
- Überwachung der Arbeiten
- Anleitung der Weberinnen
- Designs nach Katalog
- Wunsch sich weiterzubilden
Ziele zur Stärkung der Gruppen:
- Rückhalt an die Leiterin
- Gemeinsame Entscheidungsfindung
- Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern
- Kontrolle der Buchhaltung
- Kommunikation und Verknüpfung zwischen den Gruppen
Langfristige Ziele:
- Amtliche Gruppenstruktur, Coop. oder ähnliches
- Integration der einzelnen Gruppen zur einer übergeordneten Einheit
Ziele - Solidarität:
- Verteilung der Administrationskosten
- Verteilung der Reisekosten
- Bessere Position beim Wareneinkauf
2007/ 2008
Der Erfolg des Projekts erzielt grosse Aufmerksamkeit in der mexikanischen Presse.
Es erscheinen Artikelserien in den lokalen Zeitungen und dem Fernsehen. Landesweit erscheint im Canal 3 eine Reportage über die Gruppe in Tepakan und ihrer Zusammenarbeit mit El Tucan aus der Schweiz.
Die Gruppenleiterin Juvencia Euan aus Mayapan reist im Oktober 2007 in die Schweiz um ihr Kunsthandwerk anlässlich der Basler Herbstmesse vorzustellen.
Gleichzeitig lernt sie die Konsumenten ihrer Produkte in der Schweiz kennen.
Dies ergibt einen interessanten Rückfluss an Wissen zu den Produzentinnen in Yucatán.
Dem Interesse verschiedenster Gemeinden in Yucatán entsprechenden, werden je eine neue Gruppe aus den Gemeinden Muna und Temozon integriert.
Durch eine neue Zusammenarbeit mit Fonacop werden alle interessierten Weberinnen und Gruppenleiterinnen in einem 1-jährigen Lehrgang zu Kleinunternehmerinnen ausgebildet.
Für unsere Gruppe in Tepakan stellt die Gemeinde Tepakan ein Grundstück zur Errichtung eines Gebäudes als Produktionsstätte und regionales Hängemattenzentrum für die Weberinnen gratis zur Verfügung.
Dieses Vorhaben wird vom CDI, der nationalen Kommission für indianischen Fortschritt, finanziert.
Wollen Sie über unsere Fair Trade Hängematten mehr erfahren und sehen? In unserer Galerie finden Sie viele Fotos unserer Hängemattenproduktion in Mexiko.
